Heute machen wir WARP und WARP+ (Plus) für die breite Öffentlichkeit zugänglich. Leider hat es etwas länger gedauert, als wir dachten. Falls Ihnen WARP nichts sagt: Es handelt sich um eine mobile App für alle, die den gesamten Internetverkehr ihres Telefons mit unserem globalen Netzwerk absichern möchten.

Am 1. April dieses Jahres haben wir WARP angekündigt und erwartet, es in den folgenden Monaten in einem ziemlich stabilen Rhythmus ausliefern zu können, damit jeder, der es nutzen möchte, es bis Juli auch hat. Das hat nicht geklappt. Wie sich herausstellte, ist die Entwicklung eines Dienstes der nächsten Generation zur Absicherung von Mobilverbindungen bei Verbrauchern, der die Smartphones weder langsamer macht noch den Akku leersaugt, nicht so einfach wie gedacht.

Bis heute haben sich zwei Millionen Leute auf unsere Warteliste setzen lassen, um WARP auszuprobieren. Diese Nachfrage hat uns umgehauen. Und auch etwas in Verlegenheit gebracht. Man bekommt überall zu hören, Verbrauchern sei Sicherheit und Datenschutz gleichgültig. Aber die Aufmerksamkeit, die WARP zuteil wurde, hat uns mit Nachdruck eines Besseren belehrt.

Mit diesem Beitrag möchten wir erklären, warum es bis zur Einführung von WARP so lange gedauert hat und was wir auf dem Weg dorthin gelernt haben. Und wir möchten all jene um Entschuldigung bitten, die schon sehnsüchtig darauf gewartet haben. Außerdem geht es kurz um die Grundüberlegungen bei der Entwicklung von WARP und um die Datenschutzgrundsätze, denen wir uns verpflichtet haben. Wenn Sie etwas tiefer in die beiden letzten Themen eintauchen möchten, empfehle ich Ihnen die Lektüre der ursprünglichen Ankündigung der Markteinführung.

Und wenn Sie einfach gleich loslegen und es ausprobieren möchten, können Sie WARP kostenlos über die folgenden Links herunterladen und sofort auf Ihren iOS- oder Android-Geräten nutzen:

Wenn Sie die 1.1.1.1-App schon auf Ihrem Gerät installiert haben, müssen Sie möglicherweise auf die neueste Version aktualisieren, damit die Option zur Aktivierung von Warp erscheint.

Mea Culpa

Lassen Sie mich mit der Entschuldigung beginnen. Es tut uns leid, dass die Bereitstellung von WARP weit länger gedauert hat als geplant. Als kleine Entschädigung für das geduldige Warten bekommen alle, die vor dem heutigen Tag auf der Warteliste standen, 10 GB WARP+ – das ist die noch schnellere WARP-Version, die Cloudflares Argo-Netzwerk nutzt.

Für diejenigen, die sich erst heute anmelden, ist der grundlegende WARP-Service kostenlos, ohne Bandbreitenbegrenzung oder Einschränkungen. Die unbeschränkte Version WARP+ ist gegen eine monatliche Abonnementgebühr erhältlich. WARP+ ist die optionale, kostenpflichtige, noch schnellere Version von WARP. Die Gebühr für WARP+ ist je nach Region unterschiedlich. Wir haben sie so gestaltet, dass sie ungefähr dem entspricht, was ein Big Mac bei McDonald‘s in der Region kosten würde. Für iOS stand die regionale Preisgestaltung für WARP+ bei Redaktionsschluss für diesen Beitrag noch nicht fest, aber das sollte sich in den nächsten Tagen klären.

WARP+ nutzt das virtuelle private Cloudflare-Backbone Argo, um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen und die Verschlüsselung Ihrer Verbindung auf dem langen Weg durchs Internet zu gewährleisten. Weil uns seine Bereitstellung mehr kostet, müssen wir dafür etwas berechnen. Aber weil wir möchten, dass Sie anderen von WARP erzählen, bekommen Sie 1 GB WARP+ für jeden Freund, der sich auf Ihre Empfehlung hin für WARP registriert. Und auch jeder so vermittelte Anwender bekommt kostenlos 1 GB WARP+, damit er gleich loslegen kann.

Schön und gut, aber warum hat es so lange gedauert?

Warum es so lange gedauert hat?

WARP ist ein sehr ehrgeiziges Projekt. Wir hatten uns vorgenommen, Internetverbindungen von mobilen Geräten bis zur Edge des Cloudflare-Netzwerks abzusichern. Dabei sollten die Geräte weder langsamer werden noch ihr Akku übermäßig belastet werden. Es sollte einfach nur funktionieren. Außerdem ging es uns darum, auf die Technologie der Zukunft zu setzen und nicht auf die der Vergangenheit. Insbesondere wollten wir keine älteren Protokolle wie IPsec als Entwicklungsgrundlage nutzen, sondern das supereffiziente WireGuard-Protokoll.

Eigentlich kein Problem, dachten wir. Die 1.1.1.1-App hatten wir schon. Sie sichert DNS-Anfragen von Millionen von mobilen Geräten ab. Das hat super funktioniert. Alle anderen Anfragen eines Geräts auch abzusichern, konnte doch nicht weiter schwierig sein? Oder??

Wie sich herausstellte, doch. Und zwar deutlich. Zack Bloom hat einen tollen technischen Beitrag darüber geschrieben, welchen Herausforderungen wir gegenüberstanden und welche Lösungen wir dafür erfinden mussten. Wenn Sie das interessiert, sollten Sie es unbedingt nachlesen.

Ein paar Highlights:

Kurz von dem geplanten Rollout am 1. April brachte Apple iOS 12.2 heraus und machte uns damit einen Strich durch die Rechnung. In der neuen iOS-Version wurde die zugrundeliegende Netzwerk-Stack-Implementierung so massiv verändert, dass einige unserer WARP-Techniken instabil wurden. Wir mussten Workarounds dafür in unseren Netzwerkcode einbauen und haben so wertvolle Zeit verloren.

Am 1. April hatten wir eine Version der WARP-App, die (mehr oder weniger) funktionierte. Aber als wir Leute außerhalb von Cloudflare einluden, WARP zu benutzen, erkannten wir schnell, dass es im globalen mobilen Internet viel mehr Wildwuchs und Vielfalt gibt als erwartet. Wir wussten, dass das Internet aus diversen Netzwerkkomponenten besteht, die sich nicht immer sportlich verhalten. Aber wie viel Kopfzerbrechen uns die Vielfalt der Mobilfunkanbieter, mobilen Betriebssysteme und Mobilgerät-Modelle wirklich bereiten würde, hatten wir nicht vorhergesehen.

Und während die Smartphones in unserer Testumgebung relativ stationär waren, sind sie im richtigen Leben ständig in Bewegung. Dabei können sich ihre Netzwerkeinstellungen stark verändern. Bei zustandslosen, einfachen DNS-Abfragen spielt das keine große Rolle. Aber den restlichen Internet-Traffic verkompliziert es. Damit WireGuard schnell bleibt, müssen die Sitzungen zwischen Ihrem Smartphone und einem Server in unserem Netzwerk lange aufrechterhalten werden. Bei Stunden und Tagen wird das sehr komplex. Darüber hinaus routen wir Ihren Traffic mit einer Technologie namens Anycast zu unserem Netzwerk. Durch Anycast kann Ihr Traffic nicht nur zwischen Rechnern, sondern zwischen ganzen Rechenzentren wechseln. Dadurch wurde alles sehr komplex.

Herausforderungen meistern

Aber schwierig bedeutet noch lange nicht unmöglich. Schon lange vor der Ankündigung hat das Team alles gegeben und ich bin ausgesprochen stolz auf seine Arbeit. Wir haben unseren Rollout-Plan geändert, uns auf iOS konzentriert und die gemeinsame Basis der App konsolidiert, damit es auch bei der nächsten Änderung des Netzwerk-Stacks noch funktioniert. Bei der Einladung von Beta-Anwendern sind wir nicht nach der Eingangsreihenfolge vorgegangen, sondern haben Netzwerke ausgewählt, zu denen wir noch keine Informationen hatten, um so viele Spezialfälle zu berücksichtigen wie möglich. Und wir haben neue Technologien erfunden, um den Sitzungszustand auch dann bewahren zu können, wenn der Wildwuchs der Mobilfunknetze mit dem Anycast-Routing aneinandergerät.

Seit dem 1. April läuft WARP auf meinem Smartphone. Die ersten Monate waren … holprig. Mächtig holprig. Aber inzwischen ist WARP mit meinem Smartphone eins geworden. Und ich kann besser schlafen, denn ich weiß, dass die Internetverbindungen auf meinem Smartphone sicher sind. Mein Smartphone ist so schnell wie ohne WARP, manchmal sogar schneller. Mit anderen Worten, WARP erfüllt heute das, was wir erreichen wollten: Es sichert Ihre mobile Internetverbindung ab und stört ansonsten nicht.

Es wird Bugs geben

WARP ist inzwischen viel besser ist als bei der ersten Ankündigung. Aber wir wissen, dass es immer noch Bugs gibt. Was wir am häufigsten erleben, ist, dass WARP deutlich langsamer ist als mobiles Internet ohne WARP. Das liegt normalerweise an unvorteilhaftem Routing. Anfang dieser Woche haben wir beispielsweise in der Türkei ein Netzwerk entdeckt, das nach London geroutet wurde und nicht zu unserem türkischen Standort vor Ort. Sobald wir diese Routingprobleme kennen, können wir sie in der Regel schnell beheben.

Andere häufige Fehler betrafen Captive Portals. Das sind die Seiten, auf denen Sie Daten eingeben müssen, z. B. wenn Sie sich mit einem Hotel-WLAN verbinden. Wir haben viele von ihnen behoben, aber noch haben sich WARP-Anwender nicht mit allen Hotel-WLANs verbunden; es wird also unweigerlich noch einige problematische davon geben.

Sie können gefundene Probleme ganz einfach melden. Tippen Sie in der 1.1.1.1-App oben auf das kleine Käfer-Fehlersymbol oder schütteln Sie einfach Ihr Smartphone bei geöffneter App. Dann können Sie uns schnell einen Bericht senden. Wir rechnen damit, dass wir in den nächsten Wochen viele der von Ihnen gemeldeten Probleme beseitigen können.

Mit „Plus“ geht es noch schneller

WARP ist nicht nur ein Produkt, es ist auch ein Versuchsfeld für alle Technologien, an denen wir seit Jahren arbeiten. Ein Traum bestand darin, Ihren gesamten Internet-Traffic mit unserer Argo-Routing-Technologie auf schnelleren, weniger überlasteten Routen durch das Internet zu schicken. Bei den Cloudflare-Kunden, die Argo in den letzten Jahren eingesetzt haben, konnte die Geschwindigkeit der Websites um durchschnittlich mehr als 30 % verbessert werden. Unser Team hat hart dafür gearbeitet, dass wir Ihnen diese Technologie als WARP+ zur Verfügung stellen können.

Die WARP+-Technologie ist für uns mit Kosten verbunden. Ihren Traffic über unser Netzwerk zu schicken, kostet uns oft mehr, als wenn wir ihn direkt ins Internet entlassen würden. Diese Kosten decken wir durch eine monatliche Gebühr für WARP+. Sie beträgt höchstens 4,99 USD/Monat. Die Gebühr ist regionsabhängig und soll ungefähr so hoch sein wie der Preis für einen Big Mac in der jeweiligen Region.

Der WARP-Basisdienst ist kostenlos. Uns geht es bei WARP nicht in erster Linie darum, Geld damit zu verdienen, aber wir wollen es ausbauen und jedes einzelne Smartphone damit absichern. Damit das klappt, möchten wir Ihnen einen Anreiz geben, WARP mit Ihren Freunden zu teilen. Für jede Person, mit der Sie WARP teilen, bekommen Sie 1 GB WARP+ kostenlos. Und jeder, dem Sie WARP empfehlen, bekommt ebenfalls 1 GB WARP+ kostenlos. Durch das Teilen mit Freunden können Sie unbegrenzt viel WARP+-Datenvolumen verdienen.

Datenschutz hat oberste Priorität

Der Markt für Verbrauchersicherheit hatte noch nie den besten Ruf. Schon viele andere Unternehmen haben versprochen, die Daten der Verbraucher sicher aufzubewahren. Stattdessen haben sie ein Geschäft daraus gemacht, sie zu verkaufen oder für gezielte Werbung auszuwerten. Das lehnen wir strikt ab. Das ist nicht Cloudflares Geschäftsmodell und wird es nie sein. WARP übernimmt alle strengen Datenschutzmaßnahmen von 1.1.1.1, darunter:

  1. Wir speichern keine Protokolldaten, durch die Benutzer identifiziert werden können, auf Datenträger.
  2. Wir werden Ihre Browsing-Daten niemals verkaufen oder in irgendeiner Weise verwenden, um Sie mit Werbung zu bombardieren.
  3. Sie müssen keine persönlichen Daten angeben – weder Ihren Namen noch Ihre Telefonnummer noch Ihre E-Mail-Adresse –, um WARP bzw. WARP+ nutzen zu können.
  4. Wir werden regelmäßig externe Auditoren einsetzen, um sicherzustellen, dass wir diese Versprechen einhalten.

Was WARP nicht ist

Technisch betrachtet ist WARP ein VPN. Aber es ist für eine ganz andere Zielgruppe ausgelegt als ein traditionelles VPN. WARP ist nicht dafür gedacht, Ihnen unterwegs geografisch eingeschränkte Inhalte zugänglich zu machen. Es verbirgt Ihre IP-Adresse nicht vor den Websites, die Sie aufrufen. Wenn es Ihnen um diese Art hoher Sicherheit geht, dann ist ein herkömmliches VPN oder ein Service wie Tor wahrscheinlich die bessere Wahl.

WARP ist etwas für den Normalverbraucher. Es wurde dafür entwickelt, Ihre Daten während der Übertragung abzusichern. Es geht darum, dass Sie nicht von Netzwerken ausspioniert werden können, die sich zwischen Ihnen und den aufgerufenen Anwendungen befinden. Es dient zum Schutz vor Leuten, die Ihre Daten ausspähen wollen, während Sie gerade im Café sitzen. Es hindert Ihren Internetanbieter daran, Daten über Ihr Browsing-Verhalten zu sammeln und an Werbetreibende zu verkaufen.

WARP ist nicht für den Technikfreak gedacht, der genau steuern möchte, über welchen Server sein Traffic geroutet wird. Auf der WARP-Oberfläche gibt es im Grund nur einen Knopf: EIN/AUS. Es ist absichtlich einfach gehalten. Es ist etwas für meine Eltern, die mich bei jedem Familientreffen fragen, wie sie sich online besser absichern können. Ich freue mich schon, ihnen dieses Jahr etwas ganz Einfaches vorschlagen zu können: Installiert die 1.1.1.1-App auf euren Geräten, aktiviert WARP und entspannt euch.

Wie schnell ist es?

Sobald wir bei WARP einen stabilen Zustand erreicht hatten, war dies meine erste Frage. Mein ursprünglicher Gedanke war, eine der vielen Geschwindigkeitstest-Websites aufzurufen und mir die Ergebnisse anzusehen. Und die waren … seltsam. Mal viel schneller, mal viel langsamer. Insgesamt haben sie nicht viel Sinn ergeben. Das liegt daran, dass diese Websites entwickelt wurden, um die Geschwindigkeit Ihres Internetanbieters zu messen. WARP ist anders, deshalb liefern diese Test-Websites keine besonders genauen Messwerte.

Der bessere Test besteht darin, gängige Internet-Websites aufzurufen und sich deren Ladezeiten mit und ohne WARP anzuschauen. Wir haben ein Tool entwickelt, das genau dies tut. Im Allgemeinen sind Verbindungen mit WARP in unseren Tests ungefähr genauso schnell wie ohne WARP, wenn Sie ein Hochleistungsnetzwerk nutzen. Bei schlechteren Netzwerkbedingungen kann WARP die Leistung oft stärker verbessern. Aber es hängt von den jeweiligen Netzwerkbedingungen ab, wie es sich für Sie darstellen wird.

Wir haben vor, das Testtool im Lauf der nächsten Wochen in der 1.1.1.1 App verfügbar zu machen, damit Sie sehen können, wie schnell Ihr Gerät beliebte Websites ohne WARP, mit WARP und mit WARP+ lädt. Und auch hier gilt, bitte melden Sie es uns, wenn Sie besonders schlechte Performance erleben. Unser Ziel ist es, Sicherheit ohne Geschwindigkeitsverlust und ohne Leersaugen des Akkus zu bieten. Für viele Netzwerke und Geräte gelingt uns das bereits, und wir werden nicht eher ruhen, bis es für alle gilt.

Damit das Internet sicherer und schneller wird

Die Mission von Cloudflare besteht darin, das Internet besser zu machen. Seit unserem Start vor fast genau neun Jahren haben wir dies getan, indem wir Millionen von Websites gesichert und leistungsfähiger gemacht haben. WARP bringt Cloudflare bei dieser Mission weiter. Es erweitert unser Netzwerk so, dass Mobilgeräte bei jedem Verbraucher ein bisschen sicherer werden. Unser Team ist stolz auf das, was wir mit WARP aufgebaut haben. Auch wenn es ein bisschen peinlich ist, wie lange es gedauert hat. Wir hoffen, dass Sie uns die Verzögerung verzeihen, WARP ausprobieren und uns sagen werden, was Sie davon halten.

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